Podcast Stimme der Stimmlosen

Stimmlose
Unser neues Projekt: Podcastreihe „Stimme der Stimmlosen“. Grafik: Evelyne Leandro

Wir, Evelyne Leandro und Andrei Schnell, haben die Symbolwahl zum Anlass genommen, mal mit vier Menschen zu reden, die im Superwahljahr keine Stimme haben – also keine Wahlstimme. Nicht eine einzige, nicht einmal für die Bezirkswahl.

Folge 1: Wer sind Evelyne Leandro und Andrei Schnell und was machen die beiden?

Andrei Schnell und Evelyne Leandro

Stimme der Stimmlosen – was soll das? Evelyne Leandro und Andrei Schnell sind Fans der Symbolwahl, bei der Menschen ohne deutsche Staatsangehörigkeit im Superwahljahr auch eine Stimme bekommen. Wie fühlt es sich an, nicht wählen zu dürfen? Auch wenn man viele Jahre in Deutschland lebt? Evelyne Leandro kommt aus Brasilien. In der ersten Folge von Stimme der Stimmlosen spricht sie ein wenig von sich. Und Andrei Schnell stellt Fragen und steuert ein paar Anmerkungen eines alten, weißen Ostdeutschen bei.

Notiz: Unser Podcast ist ein Projekt im Rahmen der Symbolwahl Berlin-Mitte des Bezirkamtes Mitte in Kooperation mit dem Projekt Demokratie in der Mitte.

1. Wer sind Evelyne Leandro und Andrei Schnell und was machen die beiden?

Folge 2: Beteiligung als Alternative

Büro für Bürgerbeteiligung

Wer nicht mitwählen darf, ist nicht zwangsläufig stimmlos. Wir von Stimme der Stimmlosen befragen in der zweiten Episode das Büro für Bürgerbeteiligung in Berlin-Mitte. „Wir können niemanden dazu verhelfen, seinen Abgeordneten zu wählen“, sagen sie uns. Wobei sie helfen können und an welchen Stellen man sich einbringen kann, das verraten sie uns. 

2. Beteiligung als Alternative

Folge 3: Rasha aus Syrien – voller Energie

Syrien

Unser erster Gast ist Rasha. Sie ist voller Lebensfreude und packt an. Sie sagt, Integration geht in drei Schritten: Sprache, Arbeit, Einbürgerung. Die Juristin, die über sich selbst sagt, fleißig wie eine Deutsche zu sein, hat spannende Sachen zu sagen. 

3. Rasha aus Syrien – voller Energie

Folge 4: Ana aus Brasilien

Ana

Einbürgerung kann schwierig sein. Ana erzählt uns, dass sie (mit Unterbrechung) zehn Jahre unsere Nachbarin im Brunnenviertel ist und dennoch nicht eingebürgert werden kann. In ihrem Geburtsland Brasilien hat sie sich viel politisch engagiert und sie ist erschüttert über die aktuellen Vorgänge dort. Hier in Deutschland lebt sie gern und fühlt sich zu Hause. Am liebsten würde sie eine Arbeit machen, bei der man Küsschen verteilt. Eigentlich eine gute Idee – wenn man darüber nachdenkt und ihr zuhört.

4. Ana aus Brasilien

Folge 5: Amal ist kein Engel

Amal
Foto: Andrei Schnell

Auch Amal kommt aus Syrien – aber nicht als Flüchtling. Im Vergleich zu Rasha aus Folge 3 hört man sofort: hier spricht ein ganz anderer Mensch. Amal sagt: Ich bin kein Engel. Und lacht. Die Studentin erzählt von ihren ganz praktischen Blick auf Wahlen und Beteiligung.

5. Amal ist kein Engel

Folge 6: Selo ist kein Deutscher, er ist Berliner

Selo

Selo sagt, er ist kein Deutscher, er berliner als viele Berliner. Aus seinen Worten spricht viel Enttäuschung. Er sagt: verlorene Menschen.

6. Selo ist kein Deutscher, er ist Berliner.

Über das Projekt

Es ist Superwahljahr – doch längst nicht alle Menschen im Brunnenviertel dürfen wählen. Ein großer Teil der Nachbarn hat keinen deutschen Pass, viele auch keine europäischen Pass. Das bedeutet, sie haben im Jahr der vielen Stimmzettel kein Stimmrecht. Wir wollen diese Menschen hörbar machen.

Wir fangen in sechs Podcasts die Stimmen von vier Nicht-Wahlberechtigten ein. Außerdem kommen Experten zu Wort. „Wie würdest du dich fühlen, wenn du/Sie wählen könntest/könnten?“ Das ist für Mitglied Evelyne Leandro eine Leitfrage der Reihe. Sie organisiert das Projekt zusammen mit Mitglied Andrei Schnell. Von Demokratie in der Mitte haben die beiden ein Budget erhalten, um das Projekt umzusetzen.

„Das Superwahljahr zeigt, dass in Deutschland ein Drei-Klassenwahlrecht besteht“, sagte Andrei Schnell. Menschen, die jahrzehntelang in Deutschland leben und Steuern zahlen, stehen hinsichtlich des Wahlrechts vor dieser Einteilung: a) Es gibt Menschen, die dürfen an allen Wahlen teilnehmen. b) Es gibt Menschen, die dürfen nur an Kommunalwahlen teilnehmen c) Es gibt Menschen, die dürfen überhaupt nicht an Wahlen teilnehmen. In Gruppe b) und c) finden sich 30 Prozent der Bewohner des Brunnenviertels, weil sie keinen deutschen Pass haben. Nicht gerade eine kleine Gruppe.

Die Podcastreihe startet mit einer Einführung, in der das Projekt und die Idee vorgestellt wird. Um den Podcast konkret zu machen, richtet sich der Blick auf das Brunnenviertel. Es schließt sich eine Folge an, in der Experten über
Beteiligung und Mitmachen in der Politik reden. Folge 3 bis 6 sind für die Interviews mit vier Menschen reserviert, die kein Wahlrecht besitzen, sich aber sich beteiligen (möchten).

Bleibt gespannt, Neuigkeiten folgen.