Das Brunnenviertel als Experimentierfeld der Stadtplanung

Der Architekt und Stadtplaner Heinrich Suhr war maßgeblich an der Neugestaltung des Brunnenviertels seit den 1960er Jahren beteiligt. Am Sonntag, 16. September, wird er bei einem Geschichtscafé im Olof-Palme-Zentrum in der Demminer Straße über die damaligen Ziele und Vorstellungen für das neue Brunnenviertel berichten, das nach einem flächenhaften Abriss von Altbauten entstand.

In einem offenen Gespräch können Zuhörer Fragen zu den Planungen und Ideen stellen und mit dem Zeitzeugen darüber diskutieren, was sich anders entwickelt hat als ursprünglich vorgesehen. Das Gespräch ist die seltene Möglichkeit, von einem Zeitzeugen Einblick in die wechselvolle Sanierungsgeschichte des Stadtviertels zu erhalten. Heinrich Suhr hatte in 1960er Jahren zusammen mit Edvard Jahn und Wolfgang Pfeiffer das Stadtplanungsbüro “Arbeitsgruppe Stadtplanung AGS” gegründet. Das Büro entwickelte ein Konzept für Abriss und Neubau des Stadtteils. Das heutige Brunnenviertel wurde damals als SWB, “Sanierungsgebiet Wedding Brunnenstraße”, bezeichnet. Bis heute handelt es sich gemessen am Bauvolumen um das größte zusammenhängende Sanierungsgebiet Deutschlands.

Vor dem Gespräch mit dem 84-jährigen Planer Heinrich Suhr führt der Stadtforscher Christian Kloss um 11 Uhr durch das Brunnenviertel. Ausgehend vom Startpunkt Swinemünder Straße 64 vor der Swinemünder Brücke wird er vor Ort zeigen, welche architektonischen und stadtplanerischen Experimente, Bauten und Freiräume während der Jahrzehnte andauernden Flächensanierung geschaffen wurden.

Christian Kloss lehrt an der Technischen Universität Berlin am Institut für Stadt- und Regionalplanung. Er ist Mitglied im gemeinnützigen Stadtforschungsverein Urbanophil – Netzwerk für urbane Kultur. Der Verein verfolgt das Ziel, stadtplanerische, architektonische und stadtkulturelle Themen in der Öffentlichkeit zu diskutieren.

Das Geschichtscafé ist ein vom Quartiersmanagement Brunnenviertel-Brunnenstraße gefördertes Projekt. Der Eintritt ist frei.