Am 3. März tagte die Projektgruppe zur Qualifizierung des Jahnsportparks mal wieder. Vertreter:innen der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen haben erläutert, was genau mit dem Neubau des Cantianstadions gemeint ist: identitätsstiftende Merkmale sollen erhalten bleiben. Dies ist allerdings bisher noch völlig schwammig formuliert.
Warum der Affront der neu gewählten Sportsenatorin in ihrer Presseerklärung erfolgte, wurde nicht erklärt. Die anwesenden Sportfunktionäre waren auch „auf Krawall gebürstet“, nachdem sich die Stimmung zum Ende des Partizipationsverfahrens einigermaßen beruhigt hatte.
Der Auftakt zum Wettbewerbsverfahren erfolgt am 21.03. um 18 Uhr online:
Vor einigen Tagen haben wir gegen die Baumfällungen auf der Swinemünder Straße protestiert. Wir haben einen offenen Brief an die zuständige Stadträtin Dr. Almut Neumann geschrieben (siehe unseren Beitrag). Lokale Medien wie der Weddingweiser haben das Thema aufgegriffen. Auch das Magazin für unseren Kiez, brunnen, hat auf seinem Blog etwas dazu geschrieben. Nun antwortet uns die Stadträtin. Wir veröffentlichen den Brief an dieser Stelle. Wie es sich für einen Stadtteilverein gehört, bleiben wir kritisch und sehen manches anders. Wir werden uns weiter konstruktiv für unser Herzensanliegen Swinemünder Straße einsetzen.
„Vor dem Hintergrund der Wirtschaftlichkeit, dem Raumprogramm, der städtebaulichen Rahmenbedingungen und den besonderen Anforderungen an ein Inklusionsportstandort hat das Lenkungsgremium entschieden, das Stadion unter Einbeziehung der wesentlichen identitätsstiftenden Merkmale des Jahnsportparks neu zu bauen.“
Diese Pressemitteilung zum Jahnsportpark von Sportsenatorin Iris Spranger hat uns einigermaßen überrascht.
Der neu gewählte Senat hat also entschieden, das umfangreiche Bürger-Beteiligungs-Verfahrendes vorigen Jahres ad absurdum zu führen, indem er von oben herab einfach anders entscheidet.
Den Multiplikator:innen, die unendlich viel Zeit und Energie in dieses Verfahren investiert haben, fehlen die Worte.
In der nördlichen Swinemünder Straße soll ein Radweg angelegt werden. Das finden wir sehr löblich. Dem sollen fast alle Bäume geopfert werden. Das geht überhaupt nicht, sagen wir.
Den folgenden Brief haben wir an Politiker:innen und Umweltverbände geschickt:
Wir protestieren auf das schärfste und erwarten eine Rücknahme dieser Aktion.
In der Swinemünder Straße sollen zwischen Rügener und Ramlerstraße 10 von 12 Bäumen gefällt werden, von denen die ältesten 100 Jahre alt sind.
Davon war in der sogenannten Beteiligung 3/2018 nie die Rede und wir konnten somit darauf auch nicht reagieren bzw. rechtzeitig Einspruch erheben.
Wie schon bei anderen Bauvorhaben erweckt es den Eindruck, dass wertvolle Bäume der Baufreiheit zum Opfer fallen sollen. Wo sind die Gutachten, dass alle Bäume morsch sind?
Auch die geplante Nachpflanzung von lediglich 4 Bäumen ist nicht akzeptabel. Damit verschlechtert sich das Kiezklima weiter. In den vergangenen Jahren wurden bereits zahlreiche alte Bäume im Brunnenviertel gefällt und nur wenige nachgepflanzt. Gerade im Innenstadtbereich ist das nicht akzeptabel, uns fehlen immer mehr natürliche „Luftreiniger“.
Wir sind ausdrücklich dafür, dass die Kreuzung an der Swinemünder Brücke übersichtlich und verkehrsfreundlich gestaltet wird.
Wir sind auch für Radfahrer und Radwege. Wir sind aber gegen diese Lösung, die Straße mit Bitumen zu versehen. Das erhitzt nachweislich weiter das Gebiet.
Zwischen Bauplanung und Bauausführung liegen mehrere Jahre. Inzwischen ist man bei der Klimapolitik an einem anderen Stand als zur Zeit der Planung. Das muss berücksichtigt werden. Die genannten Maßnahmen können nicht – wie in den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts üblich – mit Kahlschlag und Bodenversiegelung zu Lasten von Natur, Umwelt und Klima ausgeführt werden. Diese Zeiten sind lange vorbei. Heutzutage müssen kreative Lösungen gefunden und umgesetzt werden.
Rücken Sie von den Baumfällungen ab und finden Sie akzeptable Lösungen. Diese erwarten wir von den von uns gewählten Politiker:innen.
BÜRGER:INNEN WEHRT EUCH GEGEN DIESE BAUMFÄLLUNGEN !!!
Lasst nicht zu, dass gesunde Bäume einfach abgeholzt werden.
Das Lenkungsgremium hat sich Zeit gelassen. Es hat insgesamt dreimal getagt, um eine Entscheidung zu fällen. Das Ergebnis wurde der Planungsgruppe am 24.11. vorgestellt:
Viele Lösungsansätze aller drei Planungsteams werden insgesamt positiv aufgenommen. Lediglich ein Verschieben des Cantianstadions in Richtung Osten (Version 3) wird ausgeschlossen.
Diese positiven Lösungsansätze gehen in ein neues zweiphasiges Wettbewerbsverfahren ein, das unmittelbar Anfang 2022 beginnen soll. Dieses Verfahren wird offen EU-weit ausgeschrieben. Es soll Ende nächsten Jahres abgeschlossen sein.
Die Ausführung soll in zwei Bauabschnitten erfolgen: zunächst das Stadion, dann der Sportpark. Anscheinend ist die komplette Finanzierung noch nicht geklärt.
Zu klären bleibt, wann die Verkehrs- und Lärmstudien erfolgen/ umgesetzt werden.
Die Swinemünder „Straße“ ist ein Fußweg. Wir wissen das und Sie vielleicht auch. Doch viele Benutzer*innen tun zumindest so, als wüssten sie es nicht, obwohl die Beschilderung eindeutig ist.
Hierzu gibt es jetzt einen Aufklärungsfilm auf YouTube, der von einem Profi gedreht wurde:
Am Donnerstag, den 9. September wurden im Jahnsportpark die endgültigen Entwürfe der Machbarkeitsstudie vorgestellt. Sie können online unter diesem Link angesehen werden:
Nachdem alle Teams die Meinung der Öffentlichkeit sowie der Expert*innen eingeholt haben, werden sie am Donnerstag, den 9. September in der dritten öffentlichen Werkstatt ihre gereiften Entwürfe vorstellen.
Bereits ab 16.00 Uhr können Sie sich vor Ort die Entwürfe der Planungsteams ansehen. Zwischen 16.30 und 17.30 Uhr haben Sie außerdem die Möglichkeit, das alte Cantianstadion zu besuchen.
Bitte beachten Sie nachfolgenden Anmeldehinweis.
Anmeldung: Eine Teilnahme an der Veranstaltung, der Entwurfseinsicht sowie an der Stadionbesichtigung ist nur nach vorheriger Anmeldung und mit tagesaktuellem Negativtest oder vollständigem Impf- bzw. Genesenennachweis möglich. Da die Gesamt-Teilnehmendenzahl begrenzt ist, melden Sie sich bitte unbedingt bis spätestens06.09.2021 unter Berlin.de an.
Nutzen Sie diese Gelegenheit, um live dabei zu sein und mitzureden.
Am 11. August 2021 fand die zweite öffentliche Werkstatt im städtebaulichen Verfahren zur Weiterentwicklung des Jahnsportparks statt. Diese Veranstaltung war direkt vor Ort, in mehreren Zelten im Park.
Karte von Berlin (K5 SW-Ausgabe) mit Markierung des Geltungsbereiches des Bebauungsplans 3-87
Die drei Teams stellten ihre ersten Entwürfe der Machbarkeitsstudie vor, die anschließend in drei Gruppen diskutiert wurden:
Team: Yellow Z Berlin / Holzwarth Landschaftsarchitektur Szenario 1: Abriss/ Neubau an gleicher Stelle
Dieses Team stellte zwei Varianten vor: – Boulevard (asymmetrisch) und – öffentliche Mitte (oval)
In meiner Arbeitsgruppe wurde die Variante öffentliche Mitte bevorzugt.
Team: weberbrunner berlin / Herwarth + Holz / Landschaft planen+bauen Szenario 2: Umbau und Erhalt des Stadions
Die Studie dieses Teams ist bestandsorientiert, es gibt eine Erschließung des Stadions nach unten und von dort in die Breite, die von außen nicht sichtbar ist. Außerdem soll der Park besser in die Nachbarschaft integriert werden (Durchwegung, Eingänge).
Team: Octagon Architekturkollektiv / Albert Wimmer / Querfeldeins Szenario 3: Neubau eines Stadions an alternativer Stelle im Sportpark und Teilnutzung des bestehenden Stadions
Dieses Team plant eine Sport-Landschaft im alten Stadion und einen eng bebauten Sport-Campus im östlichen Teil des Parks.
Heute wollen wir Ihnen die drei Planungsteams vorstellen, die in den nächsten Monaten die verschiedenen Entwicklungsperspektiven für den Jahnsportpark erarbeiten sollen.
Jedes Team besteht aus mehreren Unternehmungen, die auf unterschiedliche Fachgebiete spezialisiert sind. Team 1 und 2 sind in Berlin ansässig, Team 3 ist in Leipzig, Dresden und Wien verortet.
Die Planungsteams werden unterstützt von einzelnen Expert*innen, die aus folgenden Institutionen kommen:
Das sind im einzelnen folgende Menschen:
Sportentwicklung – Michael Barsuhn Sportanlagenbau – Stefan Nixdorf Klima/ Umwelt – Peter Trute Verkehr – Dr. Heinrich/ Hr. Reimann Mobilität – Prof. Dr. Barbara Lenz Lärm – Lothar Krawczack Veranstaltungen – Ulrik Ruhnau Inklusion – Christoph Pisarz
Wir sind gespannt auf die ersten Zwischenergebnisse.
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