Bürgerbeteiligung ???

„Vor dem Hintergrund der Wirtschaftlichkeit, dem Raumprogramm, der städtebaulichen Rahmenbedingungen und den besonderen Anforderungen an ein Inklusionsportstandort hat das Lenkungsgremium entschieden, das Stadion unter Einbeziehung der wesentlichen identitätsstiftenden Merkmale des Jahnsportparks neu zu bauen.“

Quelle: 
https://www.berlin.de/sen/inneres/presse/pressemitteilungen/2022/pressemitteilung.1179481.php

Diese Pressemitteilung zum Jahnsportpark von Sportsenatorin Iris Spranger hat uns einigermaßen überrascht.

Der neu gewählte Senat hat also entschieden, das umfangreiche Bürger-Beteiligungs-Verfahren des vorigen Jahres ad absurdum zu führen, indem er von oben herab einfach anders entscheidet.

Den Multiplikator:innen, die unendlich viel Zeit und Energie in dieses Verfahren investiert haben, fehlen die Worte.

Die Bürgerinitiative hat bereits reagiert:
https://www.jahnsportpark.de/2022/02/klimaschutz-nicht-jetzt-nicht-hier-nicht-mit-der-spd/

Jahnsportpark nächste Phase

Das Lenkungsgremium hat sich Zeit gelassen. Es hat insgesamt dreimal getagt, um eine Entscheidung zu fällen. Das Ergebnis wurde der Planungsgruppe am 24.11. vorgestellt:

Viele Lösungsansätze aller drei Planungsteams werden insgesamt positiv aufgenommen. Lediglich ein Verschieben des Cantianstadions in Richtung Osten (Version 3) wird ausgeschlossen.

Diese positiven Lösungsansätze gehen in ein neues zweiphasiges Wettbewerbsverfahren ein, das unmittelbar Anfang 2022 beginnen soll. Dieses Verfahren wird offen EU-weit ausgeschrieben. Es soll Ende nächsten Jahres abgeschlossen sein.

Die Ausführung soll in zwei Bauabschnitten erfolgen: zunächst das Stadion, dann der Sportpark. Anscheinend ist die komplette Finanzierung noch nicht geklärt.

Zu klären bleibt, wann die Verkehrs- und Lärmstudien erfolgen/ umgesetzt werden.

Es bleibt spannend!

Jahnsportpark Entscheidung folgt

Die Stellungnahme der Bürgerschaft/ Anwohnenden über die drei Machbarkeitsstudien zum Jahnsportpark wurde am 18. September um 22:53 h per Mail an die Raumplaner geschickt. Über den Inhalt soll bis auf weiteres Stillschweigen erfolgen.

Welche Version letztendlich umgesetzt wird, entscheidet am 29. September, also erst kurz nach der Wahl, ein Gremium aus

  • Senatsverwaltung Stadtentwicklung/ Wohnen
  • Senatsverwaltung Sport
  • Bezirksamt Pankow

Das Ergebnis werden Sie wahrscheinlich aus der Presse erfahren. Auch wir halten Sie auf dem laufenden.

Investor sucht Ideen der Bürger

Reden Sie mit! – Grafik: Quartier am Humboldthain

Erinnern Sie sich noch an die Hoffnungen, die mit Siemens-Nixdorf verbunden waren, als der Konzern Computer auf dem AEG-Gelände bauen wollte? Das war vor rund 30 Jahren. Nun gibt es wieder Hoffnungen und Zukunftserwartungen für das langgestreckte Haus mit den spiegelnden Kupferfenstern. Am besten zu sehen von der Gustav-Meyer-Allee aus. Die Quartier am Humboldthain GmbH mit Sitz in der Neuen Schönhauser Straße in Alt-Mitte will das Fabrikgelände umbauen und spricht dabei von einer offenen Projektentwicklung. „Gemeinsam mit Ihnen soll ein zukunftsfähiges Nutzungskonzept entwickelt werden“, schreibt der Investor in einer Postwurfsendung, die Sie vielleicht in Ihrem Briefkasten gefunden haben.

Termin

Ihre Ideen können Sie vortragen am Donnerstag, 29. Juli, von 15.30 Uhr bis 20.30. In dieser Zeit gibt es zwei Blöcke. Einer startet um 16 Uhr, ein zweiter um 18.30 Uhr. Treffpunkt sind die Veranstaltungsräume Amplifier, die von der Voltastraße aus gut zu erreichen sind (offizielle Adresse Gustav-Meyer-Allee 25, Haus 12).

„Eine Teilnahme auch nur für einzelne Programmpunkte ist möglich“. Das Besondere: „Austausch und Diskussion zu Themen freier Wahl“. Wobei vermutlich nicht Anarchie und Wünsch-Dir-Was möglich sein wird:

Was heißt offen?

Auch wenn es offene Projektentwicklung heißt, ist nicht alles möglich. Der Investor erklärt, für welche Bereiche er Ideen erwartet.

1. Stichwort Durchwegungen. Als Industriefläche ist das ehemalige AEG-Gelände heute abgezäunt. Der Investor will das künftige Quartier öffnen. Welche Wegebeziehungen sind dabei sinnvoll?

2. Der Teilsatz „Öffentlichkeit, insbesondere von Nutzungen in den Erdgeschosszonen“ beschreibt die Suche nach Ideen für die Vermietung. Kita, Weinschule, Restaurant oder Aldi? Was wird gebraucht?

3. Anbindung an den Humboldthain. Sehr alte Stadtpläne zeigen, dass der Humboldthain sich früher auch südlich der Gustav-Meyer-Allee erstreckte. Die Villa des Gartenplaners Gustav Meyer befand sich zum Beispiel dort. Nun ist die Frage: Wie kann das neue Quartier mit dem Humboldthain verknüpft werden?

Über den Investor

Hinter dem Namen Quartier am Humboldthain GmbH steht die Coros. Das Immobilienunternehmen wurde vor fünf Jahren als Commdus gegründet. Selbstbeschreibung: „Wir bei Coros sind der Überzeugung, dass sich nachhaltige Stadtentwicklung und positive Wertentwicklung nicht ausschließen, sondern vielmehr gegenseitig bedingen.“ Die Webseite von Coros zählt unter Projekte das Quartier am Humbolthain als erstes – also wichtigstes? – auf.

Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark

Heute wollen wir Ihnen die Personen vorstellen, die das Brunnenviertel beim Bürgerbeteiligungsverfahren Jahnsportpark vertreten. Wir haben darüber bereits ausführlich berichtet (Umbau, Neubau, Zweitbau).

Es handelt sich einmal um Angelika Schön, sie wurde zur so genannten Multiplikatorin benannt. Das heißt, sie sammelt die Meinungen der Anwohnenden und trägt sie in den entsprechenden Gremien vor. Gleichzeitig informiert sie z.B. auf dieser Homepage über den neuesten Informationsstand.

Angelika Schön
Foto: Andrei Schnell

Angelika wohnt seit 2006 im Brunnenviertel. 2009 hat sie sich einer Bürger-Initiative angeschlossen, als neben dem „alten“ Mauerpark Wohnhäuser gebaut werden sollten. Dann gehörte sie der Bürgerwerkstatt Mauerpark Fertigstellen an, deren Sprecherin sie zuletzt war. Sie hat dort bei der Planung der Parkerweiterung mitgearbeitet. Bis vor kurzem hat sie das Qualifizierungsverfahren des Bestandsparks begleitet (darüber haben wir auch berichtet).

Im Rahmen ihres ehrenamtlichen Engagements hat sie den Brunnenviertel e.V. kennengelernt und blieb ihm seither stets verbunden. Seit ca. 3 Jahren z.B. gehört sie der MachMit!-Gruppe an, der es (unter anderem) zu verdanken ist, dass sich vor dem ehemaligen Diesterweg-Gymnasium neuerdings Hochbeete befinden (siehe rechts im Bild).

Mitglied im Verein ist sie erst seit vorigem Jahr und so aktiv, wie sie eben kann.

Am alten Cantian-Stadion hängt sie irgendwie, weil Eisern Union dort gespielt hat, als sie hier hergezogen ist und sie sich gern an die Fan-Gesänge erinnert. Auch die Flutlichtmasten gehören unbedingt zum Landschaftsbild und dürfen nicht einfach entfernt werden, findet sie.

Momentan macht sie eine Umfrage bei Anwohnenden, um ein Meinungsbild zum Thema zu gewinnen. Diese Eindrücke bzw. Wünsche leitet sie weiter an die entsprechenden Instanzen bei der Senatsverwaltung.

Am Beteiligungsverfahren nimmt sie in diesem Jahr von Anfang an teil, hat einen guten Kontakt zur Bürgerinitiative und den Raumplanern und freut sich auf das, was noch kommt.

Ihre Stellvertreterin ist Susanne Bürger.

Susanne Bürger
Foto: Dominique Hensel

Ins Brunnenviertel kam Susanne Bürger 2006 als Vereinsvorsitzende (2002 – 2019) des Basketballvereins Weddinger Wiesel e.V. (ca. 400 Mitglieder). Mit Hilfe des neu installierten Quartiersmanagements im Brunnenviertel und der degewo begründeten die Wiesel ihren Vereinsstandort im „TimeOut“ (Putbusser Straße 28) und führten hier bis 2010 ein gefördertes Jugend-Projekt durch. Susanne Bürger war gleich Mitglied im ersten Quartiersrat des QM als Vertreterin für die Weddinger Wiesel.

Susanne Bürger ist im Brunnenviertel heute als KiezSportLotsin bekannt. Das Projekt KiezSportLotsin wurde 2013 im QM Brunnenviertel entwickelt und ist heute ein verstetigtes Projekt mit einer Finanzierung über den Bezirk Mitte und Büro im Brunnenviertel (TimeOut). 2013 organisierte Susanne Bürger als „frisch gekürte“ KiezSportLotsin mit Beate Chudowa vom Brunnenviertel e.V. das Familiensportfest auf dem Gelände der Vineta-Grundschule. Der engen Kooperation im Rahmen des Projekts „bv kompakt“ folgte 2014 der Vereinseintritt von Susanne in den Brunnenviertel e.V. als logischer Schritt.

Die Hauptaufgabe als KiezSportLotsin ist die Information und Beratung zu Sport und Bewegung sowie die Netzwerkarbeit. Die marode bzw. fehlende Sportinfrastruktur im Innenstadtbezirk Mitte begleitet Susanne von Projektbeginn an. Sportliche Menschen im Brunnenviertel weichen deshalb auch auf das benachbarte Gelände am Jahnsportpark aus. Gern genutzt werden die Rundlaufbahn oder der Calisthenics Park im „Kleinen Stadion“, bekannt sind auch die überdachte Basketball-Anlage und die Fußball-Minispielfelder.

Anfang 2020 wurde Susanne Bürger bereits gemeinsam mit dem QM Brunnenstraße von der Senatsverwaltung als Expertin befragt, welche Sport-Bedarfe  Menschen aus dem Brunnenviertel bei der Neugestaltung des Sportpark-Geländes haben. Eingebracht wurden Wünsche nach Sportanlagen speziell für Kinder und Senior:innen, die informell und breitensportlich genutzt werden können. Ideen waren unter anderem ein Schwimmbecken oder Rehaschwimmbecken (Aquagymnastik), eine Rollsportanlage oder ein Skaterplatz, mehr überdachte Anlagen.

Die weitere Begleitung des gesamten Prozesses der Umgestaltung von Stadion und anschließend des gesamten Geländes sowie die Wahrnehmung der Interessen der direkten Nachbarn aus dem Bezirk Mitte gehören zum Berufsprofil der KiezSportLotsin.

         

Brunnenviertel e. V.

Stadtteilverein

Wir

  • … fördern den sozialen Zusammenhang im und um den Kiez
  • … unterstützen Freiwilligenarbeit von Einzelpersonen, Initiativen und Vereinen
  • … informieren und unterstützen Anwohnende bei Bürgerbeteiligungen

… mit …

  • … unserem Know How
  • … Orientierung in der soziokulturellen Infrastruktur sowie Empfehlungen für Ihre Ideen
  • … unserem Netzwerk im und um das Brunnenviertel
  • … einem kostenlosen Raumangebot
  • … einem Ausleihpool für ehrenamtliche Aktionen

Unsere drei Hauptthemen

Bürgerbeteiligung

Klima/Nachhaltigkeit

Urban Gardening

Vorstand
Angelika Schön, Beate Chudowa und Dunja Berndt

Neubau, Umbau, Zweitbau?

Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark.

In unmittelbarer Nachbarschaft des Brunnenviertels soll eine Großbaustelle entstehen. Der Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark soll zu einem inklusiven Stadion umgebaut werden. Inklusiv heißt: Menschen mit Behinderungen sollen hier Sport treiben und Wettkämpfe austragen können. Und sie sollen künftig auch als Zuschauende das Stadion ohne Begleitpersonen nutzen können. Soweit so verständlich. Einige Fragen sind aus unserer Sicht dennoch offen.

Drei Varianten

Im Gespräch sind momentan drei Varianten:
1. Umbau und Erhalt des vorhandenen Stadions
2. Abriss des Stadions und Neubau eines inklusiven, d.h. ca. dreimal größeren Stadions an gleicher Stelle
3. Neubau eines inklusiven Stadions an anderer Stelle mit Erhalt und Umnutzung von Teilen des bestehenden Stadions (Zweitbau)
Diese drei Szenarien werden im kommenden Bürgerbeteiligungsverfahren diskutiert. Wir haben bereits eine Umfrage im Kiez gestartet, um hierüber ein Meinungsbild der Anwohnenden zu erhalten.

Stimme der Architekten

Hört man sich unter Architekten um, dann sollte das vorhandene Stadion erhalten bleiben. „Insbesondere vor dem Hintergrund von Klimaschutz, Abfallvermeidung und Ressourcenschonung ist der Abriss zu hinterfragen“, sagt der Bund Deutscher Architekten. Die Haupttribüne ist identitätsstiftend, behutsame Sanierung sei einer brachialen Umgestaltung vorzuziehen. Dem Aufruf „Abrissplanungen im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark sofort stoppen!“ hat sich der Bund Deutscher Landschaftsarchitekten angeschlossen. Die Zeitschrift Bauwelt nennt das vorhandene Stadion emblematisch und sieht einen baukulturellen Wert.

Position des Vereins

Auch wir ziehen einen Umbau des traditionsreichen Sportstadions einem Abriss und Neubau vor.

Dem Ziel des Senats, einen inklusiven Sportpark zu schaffen, stehen wir positiv gegenüber. Allerdings wollen wir Menschen mit Behinderungen im Brunnenviertel gezielt befragen, worauf es ihnen wirklich ankommt. Vor allem die geplante Größe des Stadions und dessen Nutzung für profitable Massenveranstaltungen sehen wir kritisch. Wir befürchten, dass Inklusion als Vorwand genutzt wird, um ein Drittliga-Fußballstadion zu bauen. Einerseits respektieren wir die Interessen des Sports, andererseits stehen wir der angepeilten Nutzung skeptisch gegenüber.

Die Auswirkungen des neuen Großstadions hätten wir Anwohner zu tragen. Wir sprechen z.B. von der Lärmbelästigung und dem Müll. Schon jetzt ist der Suchverkehr der mit dem Pkw anreisenden Zuschauer der Max-Schmeling-Halle schwer aushaltbar. Obendrein müssen wir mit Falschparkern auf Gehwegen leben. Das geplante Parkhaus soll nur den Sportlern offen stehen; warum wird nicht auch Parkraum für Zuschauer geschaffen? Wird die Parkraumbewirtschaftung auch im Brunnenviertel kommen – und auch mit höheren Gebühren an Spieltagen? Werden Sportveranstalter Eintrittskarten mit ÖPNV-Tickets anbieten oder beim Verkauf der Tickets gleich auf fehlende Parkmöglichkeiten hinweisen?

Informationen des Senats

Es gibt eine Machbarkeitsstudie mit dem Titel Gesamtkonzept, die von der Webseite mein.berlin.de heruntergeladen werden kann. In dieser wird aber nur zu Flächennutzungen Stellung bezogen.

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