Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark

Heute wollen wir Ihnen die Personen vorstellen, die das Brunnenviertel beim Bürgerbeteiligungsverfahren Jahnsportpark vertreten. Wir haben darüber bereits ausführlich berichtet (Umbau, Neubau, Zweitbau).

Es handelt sich einmal um Angelika Schön, sie wurde zur so genannten Multiplikatorin benannt. Das heißt, sie sammelt die Meinungen der Anwohnenden und trägt sie in den entsprechenden Gremien vor. Gleichzeitig informiert sie z.B. auf dieser Homepage über den neuesten Informationsstand.

Angelika Schön
Foto: Andrei Schnell

Angelika wohnt seit 2006 im Brunnenviertel. 2009 hat sie sich einer Bürger-Initiative angeschlossen, als neben dem „alten“ Mauerpark Wohnhäuser gebaut werden sollten. Dann gehörte sie der Bürgerwerkstatt Mauerpark Fertigstellen an, deren Sprecherin sie zuletzt war. Sie hat dort bei der Planung der Parkerweiterung mitgearbeitet. Bis vor kurzem hat sie das Qualifizierungsverfahren des Bestandsparks begleitet (darüber haben wir auch berichtet).

Im Rahmen ihres ehrenamtlichen Engagements hat sie den Brunnenviertel e.V. kennengelernt und blieb ihm seither stets verbunden. Seit ca. 3 Jahren z.B. gehört sie der MachMit!-Gruppe an, der es (unter anderem) zu verdanken ist, dass sich vor dem ehemaligen Diesterweg-Gymnasium neuerdings Hochbeete befinden (siehe rechts im Bild).

Mitglied im Verein ist sie erst seit vorigem Jahr und so aktiv, wie sie eben kann.

Am alten Cantian-Stadion hängt sie irgendwie, weil Eisern Union dort gespielt hat, als sie hier hergezogen ist und sie sich gern an die Fan-Gesänge erinnert. Auch die Flutlichtmasten gehören unbedingt zum Landschaftsbild und dürfen nicht einfach entfernt werden, findet sie.

Momentan macht sie eine Umfrage bei Anwohnenden, um ein Meinungsbild zum Thema zu gewinnen. Diese Eindrücke bzw. Wünsche leitet sie weiter an die entsprechenden Instanzen bei der Senatsverwaltung.

Am Beteiligungsverfahren nimmt sie in diesem Jahr von Anfang an teil, hat einen guten Kontakt zur Bürgerinitiative und den Raumplanern und freut sich auf das, was noch kommt.

Ihre Stellvertreterin ist Susanne Bürger.

Susanne Bürger
Foto: Dominique Hensel

Ins Brunnenviertel kam Susanne Bürger 2006 als Vereinsvorsitzende (2002 – 2019) des Basketballvereins Weddinger Wiesel e.V. (ca. 400 Mitglieder). Mit Hilfe des neu installierten Quartiersmanagements im Brunnenviertel und der degewo begründeten die Wiesel ihren Vereinsstandort im „TimeOut“ (Putbusser Straße 28) und führten hier bis 2010 ein gefördertes Jugend-Projekt durch. Susanne Bürger war gleich Mitglied im ersten Quartiersrat des QM als Vertreterin für die Weddinger Wiesel.

Susanne Bürger ist im Brunnenviertel heute als KiezSportLotsin bekannt. Das Projekt KiezSportLotsin wurde 2013 im QM Brunnenviertel entwickelt und ist heute ein verstetigtes Projekt mit einer Finanzierung über den Bezirk Mitte und Büro im Brunnenviertel (TimeOut). 2013 organisierte Susanne Bürger als „frisch gekürte“ KiezSportLotsin mit Beate Chudowa vom Brunnenviertel e.V. das Familiensportfest auf dem Gelände der Vineta-Grundschule. Der engen Kooperation im Rahmen des Projekts „bv kompakt“ folgte 2014 der Vereinseintritt von Susanne in den Brunnenviertel e.V. als logischer Schritt.

Die Hauptaufgabe als KiezSportLotsin ist die Information und Beratung zu Sport und Bewegung sowie die Netzwerkarbeit. Die marode bzw. fehlende Sportinfrastruktur im Innenstadtbezirk Mitte begleitet Susanne von Projektbeginn an. Sportliche Menschen im Brunnenviertel weichen deshalb auch auf das benachbarte Gelände am Jahnsportpark aus. Gern genutzt werden die Rundlaufbahn oder der Calisthenics Park im „Kleinen Stadion“, bekannt sind auch die überdachte Basketball-Anlage und die Fußball-Minispielfelder.

Anfang 2020 wurde Susanne Bürger bereits gemeinsam mit dem QM Brunnenstraße von der Senatsverwaltung als Expertin befragt, welche Sport-Bedarfe  Menschen aus dem Brunnenviertel bei der Neugestaltung des Sportpark-Geländes haben. Eingebracht wurden Wünsche nach Sportanlagen speziell für Kinder und Senior:innen, die informell und breitensportlich genutzt werden können. Ideen waren unter anderem ein Schwimmbecken oder Rehaschwimmbecken (Aquagymnastik), eine Rollsportanlage oder ein Skaterplatz, mehr überdachte Anlagen.

Die weitere Begleitung des gesamten Prozesses der Umgestaltung von Stadion und anschließend des gesamten Geländes sowie die Wahrnehmung der Interessen der direkten Nachbarn aus dem Bezirk Mitte gehören zum Berufsprofil der KiezSportLotsin.

         

Abriss – oder nicht?

Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark
Das aktuelle Cantianstadion. Foto: Seppalot13/Wikimedia

Seit einiger Zeit schon berichten wir über den Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark im Prenzlauer Berg, zum Beispiel unter der Überschrift Neubau, Umbau, Zweitbau.

Zu den Themen Neu- oder Zweitbau haben wir kürzlich eine kleine Umfrage in der Swinemünder Straße (die natürlich ein Fußweg ist, wie wir alle wissen) durchgeführt. Das waren unsere Fragen:

Bist du damit einverstanden,

  1. dass das Cantianstadion abgerissen wird?
  2. dass ein Stadion gebaut wird, das 3x so groß ist wie das jetzige?
  3. dass dort (zusätzlich zu den Veranstaltungen in der Max-Schmeling-Halle und den zu erwartenden Bundesligaspielen) 10 Massenveranstaltungen pro Jahr stattfinden?

Und das war das Ergebnis:

Unsere vierte Frage lautete:

Wenn du entscheiden könntest, was würdest du dir wünschen für den Jahn-Sportpark?

Diese Wünsche führen wir einzeln auf:

Die Person, die mit allem einverstanden ist, wünscht sich: KEINE AUTOS, sondern Besucher, die ausschließlich mit dem ÖPNV anreisen

Eine Person, die nur mit Frage 3 einverstanden ist, wünscht sich: WEITERBETRIEB unter jetzigen (evtl. leicht modernisierten) Bedingungen

Eine weitere Person, die mit Frage 3 einverstanden ist, wünscht sich: ein PARKHAUS für die Besucher

Weitere Wünsche:

auf keinen Fall Abriss

Inklusion ja, aber behutsame Sanierung

so belassen und gut pflegen

offen für alle/ Nachtsportangebote für Jugendliche

Angebote für Anwohner*innen

da wir ein sportfreudiges Volk sind, wünsche ich mir, dass der Jahnsportpark saniert wird

Grünpark-Anlage

soll so bleiben + Schwimmbad

Sportpark für jung und alt

mehr Grünfläche, weniger Asphalt

Sportanlage für Kinder

dass es so bleibt

Sanierung + Inklusion

dass die bestehende Architektur erhalten wird und die bestehende Anlage umgenutzt wird (hier haben wir geraten, die Schrift war unleserlich)

Wir freuen uns über jede einzelne Antwort und werden alle Wünsche an die zuständigen Instanzen weitergeben. Wenn Sie auch abstimmen wollen, können Sie dies auf unserer Homepage unter:

Umfrage zum Cantianstadion

Oder schreiben Sie uns:

verein(at)brunnenviertel.de

INklusiv oder EXklusiv

Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark
Das heutige Cantianstadion. Foto: Mangan02/Wikimedia

Momentan findet ein Tauziehen um den Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark statt. Wir haben darüber bereits mehrfach berichtet. Auf der einen Seite stehen mehrere Senatsverwaltungen sowie Vertreter*innen von Menschen mit Behinderung, auf der anderen eine Bürgerinitiative sowie mehrere Vereine, die hier wohnende Menschen repräsentieren. Organisiert und moderiert wird dieser Dialog (im Fachjargon heißt das Partizipationsverfahren) von einer Agentur namens die Raumplaner.

Bei so einem sportlichen Wettbewerb geht es natürlich hoch her. Zum Beispiel werfen einige Teilnehmende der „Gegenseite“ den Vertretern der Bürgerschaft vor, sie seien gegen Inklusion. Deshalb haben wir gezielt einige Menschen mit Behinderung, die hier im Brunnenviertel leben, zum Thema befragt. Und zwei von ihnen haben tatsächlich geantwortet.

Einer, der nicht namentlich genannt werden möchte, sagt zum Thema Neubau, Umbau oder Zweitbau:

„… eigentlich könnte es wegen mir so bleiben, wie es ist. Ich finde es jetzt sehr schön.“

Ein zweiter hat eine ausführliche Stellungnahme verfasst, die wir hier einfügen.

Wenn Sie sich auch äußern möchten, schicken Sie uns bitte eine Mail: verein(at)brunnenviertel.de

Wir freuen uns über jede Stellungnahme.

Wie den Mauerpark durchqueren?

Deine Meinung ist gefragt. Der Mauerpark soll renoviert werden. Beim dritten Workshop der Grün Berlin Stiftung geht es am 8. Juni um den Falkplatz. Und – für das Brunnenviertel interessant – um die Querung des Parkes in Höhe Schwedter Straße.

Flyer Beteiligung Mauerpark 8. Juni
Flyer mit Infos zum dritten digitalen Workshop zum Mauerpark.
Grafik: Grün Berlin Stiftung

Der Workshop im Onlineformat startet am Dienstag, 8. Juni, um 18 Uhr und wird bis voraussichtlich 21 Uhr gehen. Die Anmeldung erfolgt ausschließlich über die Webseite der Grün Berlin Stiftung.

Der Programmpunkt Ost-West-Verbindung durch den Mauerpark hindurch wird für Anwohnende auf unserer Seite besonders spannend sein. Die anderen Themen beziehen sich auf den Falkplatz und die Anbindung des Gleimviertels.

Anlass für den Workshop ist die Sanierung des seit 1994 bestehenden Teils des Mauerparks. Hier sollen Schäden behoben werden. Qualifizierung nennen die Organisatoren die anstehenden Ausbesserungen. Vorausgegangen sind bereits zwei digitale Treffen, bei denen die Senatsverwaltung und das Planungsbüro mit Bürgern ins Gespräch kamen. Ein Ausschnitt der Argumente kann in Kommentaren auf der Plattform mein.berlin.de nachgelesen werden.

Jetzt Start des Diesterbeets

Die Spatzen pfeifen es von den Dächern und die Buschtrommel rotiert: Viele Anwohnende starten gemeinsam das Projekt Diesterbeet vor dem ehemaligen Schulgebäude in der Swinemünder Straße! Es soll ein Nachbarschaftsgarten werden.

Über den Tag verteilt werden am Freitag, 28. Mai, nach und nach die sechs fertigen Hochbeete angeliefert. Weitere 17 Hochbeete werden gemeinsam gebaut. Wie lange das dauert, hängt davon ab, wie viele Interessierte und Unterstützende mit anpacken. Das Befüllen mit Häcksel und Erde (wird am Freitag angeliefert) und das Bepflanzen findet ebenfalls gemeinsam statt. Gerne eigene Pflanzen/Blumen, die man einsetzen möchte, mitbringen. 😀

Start: ab 10 Uhr. Die Aktion wird voraussichtlich bis 18 Uhr oder länger dauern.

Wenn alles aufgebaut ist, kann selbstverständlich unabhängig gegärtnert werden. Vielleicht entsteht eine feste Gruppe. 🙂

Hier anmelden für eine Hochbeetpatenschaft: brunnengaerten[at]brunnenviertel.de

Wer auch (oder nur) beim Zusammenbauen und Befüllen helfen möchte, kann sich ebenfalls gerne melden.

Rückfragen können telefonisch am Donnerstag 12 – 16 Uhr unter 030 48471933 oder persönlich am Freitag besprochen werden.

Neubau, Umbau, Zweitbau?

Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark.

In unmittelbarer Nachbarschaft des Brunnenviertels soll eine Großbaustelle entstehen. Der Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark soll zu einem inklusiven Stadion umgebaut werden. Inklusiv heißt: Menschen mit Behinderungen sollen hier Sport treiben und Wettkämpfe austragen können. Und sie sollen künftig auch als Zuschauende das Stadion ohne Begleitpersonen nutzen können. Soweit so verständlich. Einige Fragen sind aus unserer Sicht dennoch offen.

Drei Varianten

Im Gespräch sind momentan drei Varianten:
1. Umbau und Erhalt des vorhandenen Stadions
2. Abriss des Stadions und Neubau eines inklusiven, d.h. ca. dreimal größeren Stadions an gleicher Stelle
3. Neubau eines inklusiven Stadions an anderer Stelle mit Erhalt und Umnutzung von Teilen des bestehenden Stadions (Zweitbau)
Diese drei Szenarien werden im kommenden Bürgerbeteiligungsverfahren diskutiert. Wir haben bereits eine Umfrage im Kiez gestartet, um hierüber ein Meinungsbild der Anwohnenden zu erhalten.

Stimme der Architekten

Hört man sich unter Architekten um, dann sollte das vorhandene Stadion erhalten bleiben. „Insbesondere vor dem Hintergrund von Klimaschutz, Abfallvermeidung und Ressourcenschonung ist der Abriss zu hinterfragen“, sagt der Bund Deutscher Architekten. Die Haupttribüne ist identitätsstiftend, behutsame Sanierung sei einer brachialen Umgestaltung vorzuziehen. Dem Aufruf „Abrissplanungen im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark sofort stoppen!“ hat sich der Bund Deutscher Landschaftsarchitekten angeschlossen. Die Zeitschrift Bauwelt nennt das vorhandene Stadion emblematisch und sieht einen baukulturellen Wert.

Position des Vereins

Auch wir ziehen einen Umbau des traditionsreichen Sportstadions einem Abriss und Neubau vor.

Dem Ziel des Senats, einen inklusiven Sportpark zu schaffen, stehen wir positiv gegenüber. Allerdings wollen wir Menschen mit Behinderungen im Brunnenviertel gezielt befragen, worauf es ihnen wirklich ankommt. Vor allem die geplante Größe des Stadions und dessen Nutzung für profitable Massenveranstaltungen sehen wir kritisch. Wir befürchten, dass Inklusion als Vorwand genutzt wird, um ein Drittliga-Fußballstadion zu bauen. Einerseits respektieren wir die Interessen des Sports, andererseits stehen wir der angepeilten Nutzung skeptisch gegenüber.

Die Auswirkungen des neuen Großstadions hätten wir Anwohner zu tragen. Wir sprechen z.B. von der Lärmbelästigung und dem Müll. Schon jetzt ist der Suchverkehr der mit dem Pkw anreisenden Zuschauer der Max-Schmeling-Halle schwer aushaltbar. Obendrein müssen wir mit Falschparkern auf Gehwegen leben. Das geplante Parkhaus soll nur den Sportlern offen stehen; warum wird nicht auch Parkraum für Zuschauer geschaffen? Wird die Parkraumbewirtschaftung auch im Brunnenviertel kommen – und auch mit höheren Gebühren an Spieltagen? Werden Sportveranstalter Eintrittskarten mit ÖPNV-Tickets anbieten oder beim Verkauf der Tickets gleich auf fehlende Parkmöglichkeiten hinweisen?

Informationen des Senats

Es gibt eine Machbarkeitsstudie mit dem Titel Gesamtkonzept, die von der Webseite mein.berlin.de heruntergeladen werden kann. In dieser wird aber nur zu Flächennutzungen Stellung bezogen.

WAS MEINEN SIE?

Dank an Degewo

Freizeiteck
Vereinsräume des Brunnenviertel e.V. in der Graunstraße 28. Foto: Andrei Schnell

Wir wollen mal herzlich Danke sagen: Die Degewo, das landeseigene Wohnungsbauunternehmen, überlässt uns kostenlos Räume in der Graunstraße 28, trägt die kalten und warmen Betriebskosten und zahlt uns eine jährliche Pauschale für Büro und Grundbetrieb. ❤️