Stimme geben

Stimme Stimmlose

Es ist Superwahljahr – doch längst nicht alle Menschen (im Brunnenviertel) dürfen wählen. Ein großer Teil der Nachbarn hat keinen deutschen Pass, viele haben keinen europäischen Pass. Das bedeutet, sie haben im Jahr der vielen Stimmzettel kein Stimmrecht. Wir wollen diese Menschen hörbar machen.

Wir fangen in sechs Podcasts die Stimmen von vier Nicht-Wahlberechtigten ein. Außerdem kommen Experten zu Wort. „Wie würdest du dich fühlen, wenn du/Sie wählen könntest/könnten?“ Das ist für Mitglied Evelyne Leandro eine Leitfrage der Reihe. Sie organisiert das Projekt zusammen mit Mitglied Andrei Schnell. Von Demokratie in der Mitte haben die beiden ein Budget erhalten, um das Projekt umzusetzen.

„Das Superwahljahr zeigt, dass in Deutschland ein Drei-Klassenwahlrecht besteht“, erklärt Andrei Schnell. Menschen, die jahrzehntelang in Deutschland leben und Steuern zahlen, stehen hinsichtlich des Wahlrechts vor dieser Einteilung:

a) Es gibt Menschen, die dürfen an allen Wahlen teilnehmen.

b) Es gibt Menschen, die dürfen nur an Kommunalwahlen teilnehmen

c) Es gibt Menschen, die dürfen überhaupt nicht an Wahlen teilnehmen.

In Gruppe b) und c) finden sich 30 Prozent der Bewohner des Brunnenviertels, weil sie keinen deutschen Pass haben. Nicht gerade eine kleine Gruppe.

Die Podcastreihe startet mit einer Einführung, in der das Projekt und die Idee vorgestellt werden. Um den Podcast konkret zu machen, richtet sich der Blick auf das Brunnenviertel. Es schließt sich eine Folge an, in der Experten über
Beteiligung und Mitmachen in der Politik reden. Folge 3 bis 6 sind für die Interviews mit vier Menschen reserviert, die kein Wahlrecht besitzen, sich aber sich beteiligen (möchten).

Bleibt gespannt, Neuigkeiten folgen.

Neue Freunde der Gleim-Oase

Gleim-Oase hat wieder Freunde. Foto: Linda

Lange hatte die Gleim-Oase zwei Paten. Vor rund einem Jahr beendeten Holger und Dunja ihre sehr intensive Freizeitarbeit auf der grünen Verkehrsinsel. Nun finden sich neue Helfer, die sich aber nicht als fertige Gruppe sehen, sondern gern auch für weitere Freunde der Gleim-Oase aufgeschlossen sind. Hier ihr Brief:

Liebe Freunde und zukünftigen Freunde der Gleim-Oase,

in Namen aller neuen Teammitglieder sagen wir ein virtuelles, herzliches Hallo!

Wir freuen uns dieses wunderschöne Fleckchen Erde in Zukunft aufrechtzuerhalten. Dabei möchten wir alte Traditionen fortführen und neue Ideen mit einbringen. Schon in den letzten Wochen durften wir tolle Nachbarn kennenlernen, die spontan für ein Pläuschchen und Dank vorbeikamen. Dies freut uns natürlich riesig und wir wollen alle willkommen heißen näher zu treten und uns kennenzulernen. Uns ist es ein Anliegen, Nachbarn durch diesen schönen Ort zu verbinden und wir sind auch über jede Hilfe dankbar. Bitte melde dich einfach, wenn du Lust hat unser Team zu bereichern.

Auf Facebook werden wir regelmäßig Neuigkeiten posten und unsere aktuellen Teammitglieder vorstellen: Wer lieber einen Newsletter empfängt, um auf dem Laufenden gehalten zu werden, braucht einfach nur eine Email an uns zu schreiben. Wir nehmen dich dann in den Verteiler auf.


Viele liebe Grüße von allen Teammitgliedern Anastasia, Anita, Dunja, Paloma und Linda

Wo sind all die Bäume hin?

Karte gefällter Bäume
Hartmut Bräunlich kartiert gefällte Bäume. Grafik: Google

Link zur Karte auf Google-Maps

Es ist ein Baumkataster. Erfasst sind in der Karte allerdings nicht die vorhandenen Bäume, sondern die gefällten. Hartmut Bräunlich hat in einer Karte 100 Bäume und Sträucher erfasst, die in letzter Zeit verschwunden sind. „Die allermeisten wurden nicht ersetzt“, sagt Hartmut Bräunlich.

Welche Bäume vorhanden sein sollten, zeigt eine Karte, die das Land Berlin unter der Webseite FIS-Broker veröffentlicht. Wer Bäume findet, die in der Karte verzeichnet sind, aber in der Realität nicht existieren, der kann uns gern eine Mail schreiben. Wir leiten die Info an Hartmut Bräunlich für seine Karte der fehlenden Bäume weiter.

Diese Bäume sollte es laut FIS-Broker geben. Fehlt in der Realität ein Baum? – Grafik: Land Berlin

Mauerpark ist auch Naturfreiraum

Stieglitz im Mauerpark
Stieglitz im Mauerpark. Foto: Hartmut Bräunlich

Jeder kennt den Mauerpark als das Wunder von Berlin. Als große Freifläche geplant, wurde er zu einer Speaker’s Corner, einer Freiluftkonzerthalle, einer Großstadtpause, und das alles gleichzeitig. Touristen aus aller Welt schauen sich diesen unerklärlichen Ort gern an. Woran nicht nur Ortsfremde achtlos vorbeigehen, das ist die naturnahe Seite des Mauerparks. Auch wenn der von den vielen Menschen nieder getrampelte Rasen es nicht vermuten lässt: er ist nicht nur offiziell eine Grünfläche, der Park ist lebendige Natur. Auch.

Fotograf und Nachbar Hartmut Bräunlich ist jahrelang auf Fotopirsch gegangen und hat nun seine Beobachtungen kartiert. Ihm kamen Sumpfrohrsänger, Nachtigall und Hausrotschwanz vors Teleobjektiv. Die Fuchsfamilie hat er abgelichtet und die Erdhummel beobachtet.

Der Grund für die viele Arbeit ist natürlich klar: Hartmut Bräunlich möchte aufklären, die wilde Seite des Mauerparks bewusst machen – und am Ende muss Schutz der Natur stehen. Oder zumindest ein gedankenloses Plattmachen verhindert werden.

Diese Karte von Hartmut Bräunlich zeigt den wilden, naturnahen Mauerpark.
Foto: Google

Jungbrunnen für den Mauerpark

Am 13. April findet ein Workshop zur Sanierung des alten Mauerparks statt. Von 18 bis 21 Uhr lädt die Grün Berlin Stiftung zu einer Online-Veranstaltung ein (siehe Flyer). Vorgestellt und diskutiert werden Ideen zur Instandsetzung – im Amtsdeutsch Qualifizierung alter Mauerpark. Anmeldung zur Webkonferenz ist nur über service[at]gruen-berlin.de möglich. Beim ersten Termin geht es um den nördlichen Teil des Parks vom Moritzhof bis zum Birkenwäldchen.

„Wiederherstellen“ ist ein Begriff, der bei der öffentlichen Auftaktveranstaltung der Grün Berlin am 16. März besonders häufig fiel (siehe Video in diesem Artikel unten). Anlass dieser Infoveranstaltung war der Plan des Senats, den alten Teil des ursprünglichen Mauerparks instand zu setzen. Anwohnende können sich bei drei Workshops zu den Plänen zu Wort melden und sich äußern.

Hintergrund ist, dass der sogenannte Bestandspark, der vor 25 Jahren eröffnet wurde, stark übernutzt wird. Die Beliebtheit ist nicht folgenlos geblieben, nun sind Instandsetzungsmaßnahmen nötig. Doch es soll nicht nur um eine bloße Ausbesserung gehen. Ziel ist zusätzlich, den alten Teil des Mauerparks „zukunftsfähig zu machen“. Begriffe wie Nachhaltigkeit und Verbesserung der Nutzung (zum Beispiel Barrierefreiheit) fielen am 16. März. Was das im Detail bedeutet, das wird mit den Anwohnenden an drei Folgeterminen diskutiert.

Vorangegangen ist eine Beteiligung der Bürger*innen im Jahr 2019 im Rahmen einer Machbarkeitsstudie (Vor-Ort-Begehung sowie Workshop im OPZ). Das Ergebnis mit den Plänen haben wir hier als Download gespeichert. Beim jetzigen Beteiligungsverfahren handelt es sich um die Fortsetzung dieses Verfahrens.

Die Ausführung der Arbeiten beginnt im Jahr 2022.

Die weiteren Workshop-Termine sind am 11. Mai und 8. Juni.

Flyer zum Workshop. Grafik: Grün Berlin
Rückseite Flyer zum Workshop. Grafik: Grün Berlin
Ausführliche Dokumentation einer offiziellen Auftaktveranstaltung am 16. März 2021. Gern vorspringen auf Minute 50:25, ab dort wird der Stand der aktuellen Planungen erläutert. Video: Grün Berlin

Ordnungsamt-App

Ärgern Sie sich manchmal über den Müll, der direkt vor Ihrer Haustür abgeladen wurde? 

Ärgern hilft nicht. Was hilft, ist die Ordnungsamt-App:

https://www.berlin.de/ordnungsamt-online/mobile-app/

Mit der Ordnungsamt App Müll melden

Sie können entweder anonym oder mit Angabe Ihrer Handy-Nummer auf das aufmerksam machen, was Sie stört. Wenn Sie wollen, können Sie ein Foto mitschicken.

Im Fall von Müll wird Ihre Meldung relativ schnell an die BSR weitergeleitet, die sich zügig um die Entsorgung kümmert.

Bei Fahrzeugen, die ohne Nummernschild abgestellt werden, kümmern sich die Außendienst-Mitarbeiter des Ordnungsamtes darum. Das dauert zwar etwas länger, doch irgendwann wird das Fahrzeug tatsächlich abgeschleppt.

So kann jede/r einzelne dazu beitragen, dass das Brunnenviertel nicht völlig vermüllt.

MachMit!-Gruppe: Treffen per Webkonferenz am 04.11.

Aufgrund des erneuten Lockdowns findet das Treffen der MachMit!-Gruppe am 04.11.2020 um 18:00 Uhr per Webkonferenz statt.

Themen:

– Ergebnisse der letzten drei Monate, Erfolge/ Teilerfolge
– Auswertung der Straßenaktionen und der Ausschussteilnahme
– 2021: welche Ziele, wer macht was, an wen wenden wir uns

Meilensteine des laufenden Jahres:

Vor allem die Sprühaktionen fanden großen Anklang sowohl bei Anwohnern als auch bei Nutzern der Swinemünder „Straße“, die ein Fußweg ist. Insbesondere am Autofreien Tag wurden Kontaktdaten von Menschen gesammelt, die uns unterstützen wollen.

Wegen der Corona-Pandemie gab es mehrere Treffen der Gruppe im öffentlichen Raum (Swinemünder „Straße“). Dadurch wurde auf die Existenz bürgerschaftlichen Engagements im Brunnenviertel aufmerksam gemacht. Einige Anwohner zeigten sich interessiert.

Ein Mitglied der Gruppe hat sich besonders intensiv mit mehreren Ämtern auseinander gesetzt, dort Kontakte geknüpft und erste Erfolge erzielt. Dadurch ist die Situation der Falschparker bereits dabei, sich zu verbessern. Ein anderes Mitglied hat die Ordnungsamt-App für sich entdeckt und z.B. mehrere Schrott-Fahrzeuge abschleppen lassen.

Andere Mitglieder der Gruppe sind im Gespräch mit Politikern, um die Situation im Brunnenviertel zu verbessern. Die regelmäßige Zusammenarbeit mit den Volks-vertretern ist wichtig und führt langfristig zu positiven Ergebnissen.

Ausblick 2021:

Aufgabenverteilung:

  • MMG (jede/r einzelne)
  • Verein
  • Quartiersrat

Mediennutzung:

  • What’s App
  • Cloud
  • Zoom

Fazit

Die MachMit!-Gruppe hat in diesem Jahr Anerkennung erhalten, wird in der Öffentlichkeit wahrgenommen, von den verschiedenen Ämtern und Politikern ernst genommen. Dadurch hat sich eine konstruktive Zusammenarbeit auf verschiedenen Ebenen entwickelt.

Folgetermin: 16.12.2020 um 18:00 Uhr wiederum online

Holger Eckert

Vereinsmitglied Holger Eckert ist gestorben. Wir trauern um ein Vereinsmitglied, das mehrmals in der Woche im Freizeiteck in der Graunstraße 28 vorbeischaute. Zusammen mit Dunja Berndt hat er die Gleim-Oase erst entdeckt, wieder hergestellt und viele Jahre lang treu gepflegt. Niemand kann zählen, wie viele Stunden Artbeit er in die Gestaltung der Verkehrsinsel steckte.

Fehlen wird uns seine fröhliche Art. Holger Eckert packte an. Unvergessen sein Ruf als Gastgeber: „Ihr könnt alles stehen lassen“.

Wir haben im Familienalbum geblättert, um uns an die guten Stunden mit ihm zu erinnern. So soll er uns im Gedächtnis bleiben.